10. April 2019
15. Februar 2019
Faire und offene Auswahl des neuen Weltbank-Chefs gefordert
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8. Januar 2019
Weltbank: Jim Yong Kim geht. Was kommt danach?
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14. Oktober 2018
IWF/Weltbank-Bali-Treffen: Aktienbeben, neuer Kalter Krieg, Deregulierung
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11. Oktober 2018
Schattenbanken in der Entwicklungsfinanzierung?
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19. April 2018
IWF- und Weltbank-Tagung in Washington: Kritik oder Stillhalten vor Trump?
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16. Oktober 2017
Jubel und Angst: Gemischte Stimmung beim IWF in Washington DC
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10. Oktober 2017
Vor der Jahrestagung von IWF und Weltbank: Gespaltene Erwartungen
Nach über vier Jahren hat die Weltbank im August 2016 ihre sog. “Safeguard Review” beendet. Das Ergebnis ist ein völlig neues Regelwerk zum Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken in Weltbank-Projekten. Die neuen Standards sollen frühestens Anfang 2018 zur Anwendung kommen. Noch immer fehlen entscheidende Details dazu, wie genau sie umgesetzt werden. Die neuen Standards verabschieden sich weitgehend von Verbindlichkeit und lassen den Nehmerländern der Weltbank großen Freiraum, was die Einhaltung von Schutzstandards für die Umwelt und betroffene Menschen angeht. Dies halten NGOs für hochriskant, insbesondere wegen der wachsenden Bedrohung zivilgesellschaftlicher Organisationen in vielen Staaten, die wichtige Kunden der Weltbank sind.
Weltbank-Präsident Jim Yong Kim, auf den die NGOs wegen dessen Vergangenheit als Arzt vor Ort einige Hoffnungen gesetzt hatten, hat in der Vergangenheit immer wieder den Klimaschutzauftrag seiner Bank betont, unter anderem beim Start des Climate Action Plan im April 2016. Gleichzeitig investiert die Weltbank jedoch große Teile ihres Kapitals in Programme, die nicht konsequenten Umweltstandards folgen und das Klima durch Kraftwerke und Entwaldung schädigen. Dies geschieht unter dem Titel „Development Policy Finance“ (DPF). Darüber hat die Bank allein im Zeitraum 2012 bis 2015 zwischen 30 und 50% ihres Kreditvolumens vergeben. Bei DPF geht es etwa um Projekte in den Bereichen Wald-Management, Energie und Bergbau. Laut Untersuchungen des bankinternen Prüfmechanismus IEG kann die Weltbank die Überwachung der Projektfolgen dabei nicht sicherstellen. Dies schwächt neben dem Climate Action Plan auch den Forest Action Plan der Weltbank.
Mehrere NGOs haben Anfang des Jahres DPF-Projekte in Ägypten, Indonesien, Mosambik und Peru untersucht. Demnach wurden mithilfe der Weltbank-Gelder neue Subventionen für fossile Energieträger wie Kohle ermöglicht, wobei Anreize für erneuerbare Energien fehlten. In einer aktuellen Kampagne wollen die Organisationen Climate Action Network (CAN) und Christian Aid zusammen mit urgewald und vielen weiteren Partnern globale Entwicklungsbanken zu einem Finanzierungsstopp für fossile Energieträger drängen.
Die Weltbank-Tochter für Projekte mit Partnern in der Privatwirtschaft, International Finance Corporation (IFC) vergibt einen Großteil ihrer Gelder über sog. Finanzintermediäre wie Banken oder Fonds. Hier fehlt es an Transparenz und Kontrolle. Immer wieder werden Projekte finanziert, die zu mehr Leid und Not führen, statt Entwicklung zu ermöglichen. Wie gravierend das Problem ist, belegen mehrere Studien der urgewald-Partnerorganisation Inclusive Development International (IDI) aus den vergangenen Monaten. In einer im April dieses Jahres veröffentlichten Studie zeigte IDI auf, wie die IFC von Land Grabbing in Ländern Afrikas profitiert, darunter in Äthiopien, Gabun und Guinea. In einer früheren Studie zeigte sich auch, dass die Weltbank entgegen ihrem im Jahr 2013 beschlossenen weitgehenden Kohle-Ausstieg über ihre Tochter IFC die massive Kohle-Expansion in Asien mitfinanziert. In ihrer monatelangen Untersuchung entdeckte IDI insgesamt 91 schädliche Projekte, die die IFC über Finanzintermediäre mitfinanziert hat. Es geht um 40 Mrd. US-Dollar, die im Zeitraum 2011 bis 2015 von der IFC an externe Finanzpartner geflossen sind. Diese investierten das Geld im Anschluss so wie sie es für angebracht hielten, mit kaum erkennbarer Aufsicht durch die IFC.
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11. Oktober 2016
Weltbank-Chef Kim: Zweifelhafter Kapitalhunger
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Labels: Weltbank
7. Oktober 2016
IWF/Weltbank-Jahrestagung: Erkenntnisse ohne viele Konsequenzen
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17. April 2016
IWF/Weltbank: Nicht viel Neues unter der Sonne
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9. Oktober 2015
IWF und Weltbank, die Krisen und das Steuerungsdefizit der Weltwirtschaft
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8. Oktober 2015
Neue Krisengefahren: Wie ernst nehmen IWF und Weltbank die eigenen Warnungen?
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Labels: IWF, Weltbank, Weltkonjunktur
6. Oktober 2015
Weltbank: Aufstockung des Kapitals und Absenkung der Standards?
Wie wichtig verbindliche Standards und ihre kontinuierliche Überprüfung durch die Bank sind, zeigt sich zum Beispiel bei Zwangsumsiedlungen. Im März dieses Jahres musste Kim zugeben, dass Schutzmaßnahmen für Menschen, die durch Weltbank-Projekte von Zwangsumsiedlungen betroffen waren, schlecht umgesetzt wurden. Die Bank hatte fatalerweise nicht verfolgt, was mit den Menschen geschah. Ob es da ein kluger Schachzug ist, die Forderung nach einer Kapitalerhöhung zu einem Zeitpunkt zu erheben, zu dem die Bank dabei ist, ihre eigenen Sozial- und Umweltstandards weiter abzusenken? Mit den soeben beschlossenen nachhaltigen Entwicklungszielen hätte dies jedenfalls nichts zu tun.
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17. April 2015
Banal bis bemerkenswert: Durchwachsene Beobachtungen in Washington
| Logo der Frühjahrstagung mit Weltbankchef Jim Kim |
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15. April 2015
IWF/Weltbank-Treffen in Washington: Divergierende Botschaften?
Tatsächlich entspricht das derzeitige Wachstum von 3,5% (Prognose für 2015) dem langfristigen Durchschnitt, und nur diejenigen, die nach dem tiefen Konjunktureinbruch im Gefolge der Finanzkrise einen wesentlich stärkeren Rebound erwartet hatten, dürften eigentlich enttäuscht sein. Die Ausschläge, mit denen Prognosen oder auch reale Wachstumsraten nach unten oder oben korrigiert werden, nehmen deutlich ab, was Verschiebungen zwischen den einzelnen Gruppierungen der Weltwirtschaft nicht ausschließt. So hob der ebenfalls vor der Frühjahrstagung veröffentlichte TIGER-Index der Brookings Institution und der Financial Times den Stop-and-go-Charakter der weltwirtschaftlichen Erholung hervor und betonte, dass die mäßig verbesserten Wachstumsaussichten der Industrieländer derzeit durch die Verlangsamung des Wachstums in den Schwellenländern kompensiert werden. Dennoch sind die Aussichten der Schwellenländer immer noch rund doppelt so gut wie in den Industrieländern.
Während die derzeitigen Weltkonjunktur-Analysen also wenig aufregend Neues zu bieten haben, sind die politischen Botschaften und Ratschläge der Bretton-Woods-Zwillinge schon problematischer. So rief die IWF-Chefin die Industrieländer jetzt zum wiederholten Male dazu auf, die schleppende Nachfrage zu stärken. Gleichzeitig plädiert der Fonds aber immer wieder zur „fiskalischen Konsolidierung“ bzw. zum Abbau der öffentlichen Überschuldung, die im Zuge der Rettung der Finanzsysteme entstanden ist. Und dort, wo der IWF als Gläubiger selbst über die politische Macht verfügt, zögert er nicht mit der Durchsetzung von Austeritätspolitik (s. – nicht nur – Griechenland!), die nun wirklich nicht zur Belebung der Nachfrage beitragen. Gleichzeitig gefällt sich Weltbank-Präsident Jim Yong Kim mit wortgewaltigen Ankündigungen, etwa einer neuen Strategie zur Beendung der extremen Armut in der Welt bis 2030 – dabei ist noch nicht einmal die Post-2015-Entwicklungsstrategie in trockenen Tüchern. Ironischerweise bezieht der Chef der Weltbank dabei (im Unterschied zur US-Regierung) vorsorglich auch die neuen Entwicklungsinstitutionen – etwa die Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) und die Neue Entwicklungsbank der BRICS-Staaten – als erwünschte Kooperationspartner mit ein, die derzeit als veritable Alternative zu der überkommenen Bretton-Woods-Architektur im Entstehen sind (>>> Streit um AIIB).
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2. April 2015
IFC-Risikoprojekte verletzen Menschenrechte
Anlässlich des heutigen IFC Board Meetings fordern Oxfam und urgewald, die IFC müsse ihre Investitionen in Hochrisikoprojekte, die über die private Finanzwirtschaft abgewickelt werden, einstellen, bis ein wirksames Risikomanagement etabliert ist. Die IFC wickelt mittlerweile 62% ihres Investitionsportfolios über Partner wie Banken und Private Equity Fonds ab. 36 Mrd. US-Dollar wurden auf diese Weise in den Jahren 2009 bis 2013 als Darlehen vergeben. Diese Summe übersteigt um 50% die Ausgaben der gesamten Weltbankgruppe im Gesundheitsbereich und beträgt das Dreifache der Ausgaben im Bildungssektor im gleichen Zeitraum. Dabei gibt es erhebliche Transparenz-Defizite bei den Geschäften mit der privaten Finanzwirtschaft: Für 94% der Investitionen, die die IFC in diesem Bereich selbst als Hochrisiko-Projekte klassifiziert, liegen für die vergangenen drei Jahre (seit 2012) keine öffentlichen Informationen über den Verbleib der Finanzmittel vor. Dies gewinnt zusätzliche Brisanz durch die Pläne der IFC, ihre Darlehen in fragile und von Konflikten betroffene Staaten um 50% zu erhöhen.
Ein Beispiel für die intransparente und menschenrechtsfeindliche Finanzierungspraxis: Im Jahr 2008 investierte die IFC 100 Mio. US-Dollar in den Indischen Infrastrukturfonds. Dieser wiederum investierte einen Teil des Geldes in ein 1.400-MW-Kraftwerk der GMR Kamalanga Energy Limited (GKEL) im indischen Bundesstaat Odisha. Im Zuge des Projektes verloren knapp 1.300 Familien ungefähr 486 ha (1.200 acres) bewässertes Ackerland, obwohl ein Gesetz in Odisha die Umnutzung von Ackerland in industriell genutztes Land verbietet. Darüber hinaus erwarb das Unternehmen knapp 32 ha (78 acres) Wald, ohne die Landrechte der Gemeinden vor Ort zu respektieren, was eine Verletzung des Waldrechtgesetzes von 2006 darstellt. Familien wurden gezwungen, ihr Land zu einem Preis zu verkaufen, der durchschnittlich 1.600 US-Dollar/acre unterhalb dessen lag, was man in den drei Jahren vor dem Start des Projekts für diese Fläche erhalten hätte. Dem Bericht zufolge hat das GKEL-Projekt den Anteil der Haushalte ohne Landbesitz in dem Gebiet um rund 23 Prozent erhöht. Zwei Basisorganisationen aus den betroffenen Gemeinden haben bei der Ombudsstelle der IFC eine Beschwerde eingereicht, in der sie kritisieren, dass es keine öffentlichen Anhörungen gegeben habe, obwohl dies bei Landerwerb zwingend vorgeschrieben sei. Zudem seien keinerlei Projektinformationen inklusive Sozial- und Umweltverträglichkeitsprüfungen öffentlich verfügbar.
Fazit: Das GKEL-Projekt hat die ärmlichen Lebensbedingungen der Gemeinden, die bereits von hoher Umweltverschmutzung betroffen sind, nicht verbessert sondern verschärft. Ähnliche Schlüsse lassen sich auch aus den anderen Fallstudien des Recherche-Berichts ziehen: Projekte in Guatemala, Honduras, Kambodscha oder Laos haben das Leid der Menschen erhöht, statt es zu mindern.
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20. März 2015
Streit um AIIB: Ein weiterer Baustein gegen Bretton-Woods
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