26. August 2019
24. August 2019
Widerstand gegen Trump ist angesagt auf dem G7-Gipfel
Gastblog von Jeffrey D. Sachs
Donald Trump wird Europa anlässlich des G7-Gipfels in diesem Monat einen neuerlichen Besuch abstatten, und den europäischen Regierungen gehen, was den Umgang mit diesem US-Präsidenten angeht, die Optionen aus. Sie haben versucht, ihn zu bezirzen, zu überreden, zu ignorieren oder anzuerkennen, dass man anderer Meinung ist. Doch Trumps Böswilligkeit ist grenzenlos. Die einzige Alternative ist daher, ihm Widerstand zu leisten.
Das unmittelbarste Problem ist der europäische Handel mit dem Iran. Dies ist keine Kleinigkeit; es ist ein Kampf, den zu verlieren sich Europa nicht leisten kann.Trump ist in der Lage, anderen ohne Hemmungen großen Schaden zuzufügen, und er tut dies nun mit wirtschaftlichen Mitteln und mit der Androhung militärischer Maßnahmen. Er beruft sich auf wirtschaftliche und finanzielle Notstandsbefugnisse, die darauf zielen, den Iran und Venezuela in den wirtschaftlichen Zusammenbruch zu treiben. Er versucht, das Wirtschaftswachstum Chinas zu verlangsamen oder zu stoppen, indem er die US-Märkte für chinesische Exporte schließt, den Verkauf von US-Technologie an chinesische Unternehmen beschränkt und China zum Währungsmanipulator erklärt.
Es ist wichtig, diese Handlungen als das zu benennen, was sie sind: die persönlichen Entscheidungen eines unmäßigen Individuums und nicht das Ergebnis gesetzgeberischen Handelns oder auch nur des Anscheins öffentlicher Debatten. Bemerkenswerterweise leiden die USA 230 Jahre nach Verabschiedung ihrer Verfassung nun unter einem Alleinherrscher. Trump hat seine Regierungen von allen gesäubert, die wie beispielsweise Ex-Verteidigungsminister und General a. D. James Mattis selbst Statur besaßen, und nur wenige Republikaner im Kongress äußern auch nur gemurmelten Widerspruch.
Trump wird fälschlich weithin als zynischer Politiker beschrieben, dem es um persönliche Macht und finanzielle Vorteile geht. Doch die Situation ist viel gefährlicher. Trump ist psychisch gestört; er ist ein größenwahnsinniger, paranoider Psychopath. Und das ist nicht als Beschimpfung gedacht. Trumps geistiger Zustand macht es ihm unmöglich, Wort zu halten, seine Feindseligkeit unter Kontrolle zu halten und Zurückhaltung zu üben. Die Antwort hierauf muss Widerstand und darf nicht Appeasement heißen.
Selbst wenn Trump nachgibt, brodelt sein Hass. Bei einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping auf dem G20-Gipfel im Juni erklärte Trump einen Waffenstillstand in seinem „Handelskrieg“ mit China. Doch ein paar Wochen später kündigte er neue Zölle an. Trump war unfähig, seine eigenen Worte umzusetzen, und das trotz der Einwände seiner eigenen Berater. Zuletzt hat ihn ein Absturz auf den Weltmärkten zum vorübergehenden Rückzug gezwungen. Doch seine Aggression gegenüber China wird sich fortsetzen, und sein zügelloses Vorgehen gegenüber dem Land wird Europas Wirtschaft und Sicherheit zunehmend bedrohen.
Trump versucht aktiv, jedes Land zu brechen, das sich seinen Forderungen widersetzt. Das amerikanische Volk ist nicht so arrogant und unmäßig, aber einige von Trumps Beratern sind es mit Sicherheit. Der Nationale Sicherheitsberater John Bolton und Außenminister Mike Pompeo etwa verkörpern beide einen einzigartig arroganten Ansatz gegenüber der Welt, der im Falle Pompeos noch durch religiösen Fundamentalismus verschärft wird…
Eingestellt von
Rainer Falk
um
16:10
0
Kommentare
6. Januar 2019
Vom Handelskrieg zur globalen Anarchie? Trumps versteckte Agenda
Wir sollten uns nicht irreführen lassen und denken, dass der „Handelskrieg“
zwischen den USA und China nach dem kürzlichen Treffen ihrer Präsidenten
beigelegt ist. Stattdessen weitet Präsident Donald Trump den Konflikt über die
Zollfrage hinaus in viele andere Bereiche aus, in dem umfassenden Versuch,
Chinas wirtschaftliche Entwicklung zu stoppen oder zu verlangsamen. Dies hat
nicht nur Auswirkungen auf China und Länder wie Malaysia, die in chinesische
Produktionsketten integriert sind, schreibt Martin Khor.
Der heraufziehende Konflikt markiert das Ende des westlichen
Glaubens an die Win-Win-Vorteile der Liberalisierung von Handel und
Investitionen. Er ist die Begleitmusik zum Aufkommen einer alternativen Sicht,
nach der China und andere Länder keine Partner, sondern Rivalen sind, die in
Schranken gehalten werden müssen.
Just als Trump und Chinas Präsident Xi Jinping sich am
Rande des G20-Gipfels zum Dinner niedergelassen hatten, um einen
„Waffenstillstand“ in ihrem Zollkrieg zu schließen, verhafteten die kanadischen
Behörden die Tochter des Besitzers von Huawei, des chinesischen Technologiegiganten,
dessen Smartphone-Verkäufe inzwischen höher als die des iPhones von Apple sind
und global an zweiter Stelle hinter Samsung kommen.
Die Finanzchefin von Huawei, Meng Wanzhou, war im
Transitbereich des Flughafens von Vancouver, als sie auf Ersuchen der USA
festgenommen wurde, weil ihr Konzern vor Jahren die US-Sanktionen gegen den
Iran verletzt habe. Erst nach vielen Tagen wurde sie gegen eine Kaution
freigelassen, muss aber eine elektronische Fußfessel tragen.
Die chinesische Regierung nannte diese Aktion „sehr unfreundlich“ und
chinesische Bürger waren empört. Es wäre so, als würde China Melinda Gates
verhaften, die Ko-Chefin der Bill and Melinda Gates Foundation, weil diese
angeblich chinesische Gesundheitsbestimmungen missachtet hätte. In der gesamten
westlichen Welt hätte es einen ungeheuren Aufschrei gegeben und Drohungen mit
sehr gravierenden Konsequenzen. Doch die Chinesen akzeptieren offensichtlich
die Haft Mengs als eine Routineangelegenheit, die mit dem Handelskrieg nichts
zu tun hat. Es kann allerdings kein bloßer Zufall sein, dass die Verhaftung
Jahre nach dem angeblichen Verbrechen zur selben Zeit stattfand wie das Essen
von Xi und Trump...
... der vollständige Artikel erschien in W&E 11-12/2018 >>> hier.
Eingestellt von
Rainer Falk
um
19:42
0
Kommentare
Labels: USA, Welthandel
17. Juni 2018
USA contra China: Handelspolitik mit Doppelstandards
Zur Umsetzung der Zölle gegen China kursiert jetzt eine neue Produktliste, die von Autos über Helikopter, Bulldozern, Robotern und Industriemaschinen (einschließlich Computertechnologie) so ziemlich alles enthält, womit die Chinesen im Rahmen ihrer „Made in China 202-5“ in den nächsten Jahren die Weltmarktführerschaft erringen wollen. Auch dies zeigt, dass es um mehr als Patentregelungen und Marktzugang für die USA geht: Die US-Strategie zielt auf nicht mehr und nicht weniger als darauf, aufstrebende Länder am Aufstieg zu hindern bzw. auf niedrigere Stufenleitern der Weltwirtschaft zurückzustoßen. Dabei stellt sich im Falle Chinas nicht nur die Frage, ob es dazu angesichts des industriellen Potentials der Volksrepublik nicht bereits zu spät ist. Von paradigmatischer Bedeutung für die gesamte Welt der Entwicklungs- und Schwellenländer ist, dass es in einem vernünftigen internationalen Handelssystem weder praktikabel noch wünschenswert ist, den politischen Freiraum zu beschränken, den Länder brauchen, um ihre eigenen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle zu entwickeln.
Eingestellt von
Rainer Falk
um
11:53
0
Kommentare
Labels: China, USA, Welthandel
6. Februar 2018
Globale Implikationen: US-Steuergesetz und Auslandsinvestitionen
Eingestellt von
Rainer Falk
um
10:20
0
Kommentare
Labels: Internationale Investitionspolitik, USA
25. Januar 2018
Am amerikanischen Wesen soll die Welt genesen?
Eingestellt von
Rainer Falk
um
12:03
0
Kommentare
16. Januar 2018
Trump in Davos: Der Elefant im Porzellanladen?
Eingestellt von
Rainer Falk
um
09:38
0
Kommentare
12. Dezember 2017
Lighthizer: Wie Trumps Mann beim WTO-Ministerial agiert
![]() |
| US-Handesbeauftragter Lighthizer |
Eingestellt von
Rainer Falk
um
10:41
0
Kommentare
7. Juni 2017
USA unter Trump: Der neue Schurkenstaat
Donald Trump hat eine Handgranate in die globale Wirtschaftsarchitektur geworfen, die in den Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs so sorgsam errichtet wurde. Der Versuch einer Zerstörung dieses regelgestützten System globaler Steuerung – der sich nun im Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015 durch Trump manifestiert hat –, ist nur der letzte Aspekt des Angriffs des US-Präsidenten auf unser grundlegendes Werte- und Institutionssystem.
Die Welt ist nur langsam dabei, die Bösartigkeit der Agenda der Trump-Regierung voll zu realisieren. Trump und seine Spießgesellen attackieren die US-Presse – eine für die Bewahrung der Freiheiten und Rechte der Amerikaner und der amerikanischen Demokratie unverzichtbare Institution – als „Feind des Volkes“. Sie versuchen, die Grundlagen unserer Erkenntnisse und Meinungen – unsere Epistemologie – zu untergraben, indem sie alles, was ihre Ziele und Argumente hinterfragt, als „fake“ bezeichnen und sogar wissenschaftliche Erkenntnisse verwerfen. Trumps verlogene Rechtfertigungen für den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen sind hierfür nur der jüngste Beleg.
Bis Mitte des 18. Jahrhunderts stagnierte der Lebensstandard für tausende von Jahren. Es war die Aufklärung, die, indem sie sich einen vernunftgestützten Diskurs und wissenschaftliche Fragestellungen zu eigen machte, die enormen Verbesserungen beim Lebensstandard in den sich anschließenden zweieinhalb Jahrhunderten ermöglichte...
... den vollständigen Kommentar finden Sie >>> hier.
Eingestellt von
Rainer Falk
um
09:59
0
Kommentare
Labels: USA
8. Mai 2017
Macrons Wahlsieg: Kein Grund zur Entwarnung
... den Rest des Kommentars finden Sie >>> hier.
Eingestellt von
Rainer Falk
um
11:25
0
Kommentare
2. Februar 2017
BayernLB: Verwickelt in Trumps Pipeline
| Bau der Dakota Access Pipeline |
Gegen die bayrische Verstrickung protestieren deshalb heute mehrere NGOs vor der Zentrale der BayernLB. Sie wollen mehr als 700.000 Unterschriften aus weltweiten Petitionen gegen die Finanzierung von Dakota Access übergeben. Die BayernLB ist jedoch nur eine von 17 beteiligten Banken, die dem Pipeline-Konsortium im August 2016 einen Projektkredit über bis zu 2,5 Mrd. Dollar gewährt haben. Die Aktion ist Teil einer globalen Protestwoche. Die Stammesangehörigen und Aktivisten wollen ihren Widerstand nun verstärken – auch gegen involvierte Banken. Dave Archambault II, Vorsitzender des Stamms Standing-Rock-Sioux, sagt: „Wir freuen uns, dass einige der Banken Gespräche mit unserem Stamm geführt haben. Leider hat sich die BayernLB bisher einem solchen Dialog verweigert. Statt nur den Pipeline-Firmen zuzuhören, sollte sie auch unsere Sichtweise und Bedenken berücksichtigen. Dieser einseitige Ansatz hat in der Geschichte immer wieder zu großen Schwierigkeiten beim Umgang mit Interessen indigener Völker geführt. Die Bank sollte kein Unternehmen unterstützen, das bewusst unsere Sorgen ignoriert.“
Auch für die Umweltorganisation urgewald ist die BayernLB ist viel zu passiv. „Banken wie die holländische ING und die norwegische DNB äußern wenigstens öffentliche Kritik am Verhalten des Pipeline-Konsortiums oder verkaufen Anteile beteiligter Unternehmen. Wenn die BayernLB nicht zum Gehilfen Trumps werden will, muss sie sich klarer öffentlich positionieren. Im Zweifel muss sie aus dem Kredit aussteigen.“
Eingestellt von
Rainer Falk
um
12:14
0
Kommentare
1. Februar 2017
Die UNO im Fadenkreuz Trumps
Wie die New York Times berichtete, kündigt die erste Exekutivanordnung eine Kürzung der US-Finanzbeiträge für internationale Organisationen um mindestens 40% und einen vollständigen Zahlungsstopp für Institutionen und Gremien an, die bestimmte Kriterien nicht erfüllen, in denen etwa die Palästinensische Autonomiebehörde oder die PLO Mitglied sind, die „Abtreibungsprogramme“ finanzieren oder die Sanktionen gegen den Iran oder Nordkorea umgehen. Es soll ein Ausschuss ins Leben gerufen werden, der speziell die US-Finanzbeiträge zu Peacekeeping-Operationen oder zum UN-Bevölkerungsfonds ins Visier nimmt.
Die zweite Anordnung sieht ein „Moratorium über Neue Multilaterale Verträge“ vor. Es soll zu Empfehlungen führen, aus welchen Verhandlungen oder Verträgen die USA aussteigen sollen. Eine begleitende Stellungnahme zu der Anordnung erwähnt beispielsweise die UN-Konvention zur Beseitigung aller Formen der Diskriminierung der Frau und die UN-Konvention über die Rechte der Kinder. Auch das Pariser Klimaschutz- und andere Umweltabkommen könnten von dieser Anordnung betroffen sein.
Auch wenn die Inkraftsetzung der „Orders“ jetzt vorerst zurückgestellt wurde, um mehr Einrichtungen der US-Regierung, etwa dem State Department, Gelegenheiten zur Prüfung ihres Inhalts zu geben, schweben sie als akute Drohung über der internationalen Zusammenarbeit. Eine 40%ige Kürzung der US-Beiträge würde die Arbeit der Vereinten Nationen und ihrer Unter- und Spezialorganisationen ernsthaft beeinträchtigen. Ob formell von der UNO unabhängige Organisationen wie der IWF und die Weltbank auch von der Kürzungswut des neuen US-Präsidenten betroffen sind, geht aus den der New York Times vorliegenden Entwürfen wohl nicht hervor. Es wäre jedoch nicht das erste Mal, dass bei der Review der Global Governance-Architektur durch Washington einige Institutionen übrig bleiben, die sich unmittelbar für die Zwecke US-amerikanischer Machtpolitik instrumentalisieren lassen.
Eingestellt von
Rainer Falk
um
12:58
0
Kommentare


