2. April 2013
27. März 2013
Zwischen Flatscreens und Tradition
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25. März 2013
Mit diplomierten Erwerbslosen auf dem Weltsozialforum
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28. Januar 2012
Davos und Rio: Was wird eigentlich aus dem Weltsozialforum?
So richtig habe ich nie verstanden, warum das Weltsozialforum (WSF) so einfach die Funktion aufgegeben hat, als direkter Antipode und unmittelbare Alternative zum Davoser Weltwirtschaftsforum (WEF) zu agieren. Selten wurde es so schmerzlich vermisst wie in diesem Jahr – zumindest in den Medien. Bis auf ein paar Occupy-Aktivisten in den Iglus und die Vergabe des traditionellen Schmähpreises an ein paar Multis gibt es kaum etwas, was an Stimmen aus den globalisierungskritischen Bewegungen zu berichten wäre.
Natürlich weiß ich, dass das WSF in diesem Jahr als „Thematisches Sozialforum“ in Porto Alegre tagt, um einen Gegenentwurf zu dem kläglichen Verhandlungsstand in Vorbereitung auf Rio plus 20 auszuarbeiten. Natürlich ist das sinnvoll und wichtig. Aber macht es Sinn, das ausgerechnet parallel zum WEF zu tun, wenn dort über die kapitalistische Krise und die Auswege daraus diskutiert wird? Das Programm und der Verlauf der Diskussionen in Davos zeigen jedenfalls, dass die Green Economy, die auf dem WSF als Weg in den Grünen Kapitalismus verdammt wird, längst nicht das nächste hegemoniale Projekt der internationalen „Eliten“ ist, das viele in Porto Alegre darin sehen. Sie kommt ganz einfach so gut wie nicht vor. Viel ist dagegen die Rede von der wachsenden Gefahr sozialer Unruhen angesichts der wachsenden Unzufriedenheit in immer mehr Teilen der Welt.
„Occupy Rio plus 20“ überschreiben zwei W&E-Autoren aus Frust ihren Überblicksartikel über die Green-Economy-Konzepte, die im Vorfeld von Rio im Juni diskutiert werden. Das lässt sich in mindestens zwei Richtungen verstehen. Die erste wäre: Vergesst Rio! Dieser Ruf wurde schon nach dem Klimagipfel in Kopenhagen laut. Dass dieses Jahr – trotz der thematischen Begrenzung – wieder über 10.000 Menschen nach Porto Alegre gekommen sind, lässt sich allerding kaum so interpretieren, dass ihnen der Verhandlungsprozess im Rahmen der Vereinten Nationen schlicht gleichgültig ist. Man kann den Ruf „Occupy Rio plus 20“ aber auch anders sehen, als Aufruf nämlich, eine Debatte zu besetzen, deren Ziel die Anpassung der (welt-)wirtschaftlichen Verhältnisse an die sozialen und ökologischen Imperative sein sollte. Das wäre in Davos ebenso angesagt wie in Rio.
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11. Februar 2011
WSF-Finale: Experimentierwerkstatt der Allianzbildung
Gastblog von Beat Dietschy*)
Das Weltsozialforum neigt sich dem Ende zu. In thematischen Versammlungen wird heute zusammengetragen, was in den vergangenen drei Tagen in rund 1000 Podien, Workshops und Netzwerktreffen angedacht und ausgetauscht worden ist. Nun geht es darum, Aktionspisten zu diskutieren und Zusammenarbeit zu vereinbaren. Beispielsweise im Blick auf „Rio plus 20“. Die UN-Konferenz, 20 Jahre nach dem Erdgipfel von 1992, im Mai 2012, darüber besteht ein breiter Konsens, muss einem neuen Entwicklungsmodell zum Durchbruch verhelfen, das den Namen „nachhaltig“ tatsächlich verdient. Das Fiasko der Klimakonferenzen von Kopenhagen und Cancún darf sich nicht wiederholen, mahnt der kanadische Umweltaktivist Pat Mooney. Und der bolivianische Uno-Botschafter Pablo Solón, der in Cancún als einziger Landesvertreter dem kläglichen Verhandlungsergebnis in der Schlussabstimmung die Zustimmung verweigert hatte, doppelt nach: Die Reproduktionsfähigkeit der Erde sei mit Marktmechanismen nicht zu garantieren. Er fordert eine Weiterentwicklung des UN-Rechtssystems mit Rechten der Natur.
Der Vorschlag für Rechte der Natur stößt auf Sympathien. Aber man hebt, erstaunlicherweise, nicht ab. Diskutiert wird vor allem, wie in den 14 Monaten bis zur Konferenz in Rio eine breite Mobilisierung der Zivilbevölkerung erreicht werden kann. Denn „Rio II“ darf nicht scheitern oder in wortreichen Nullsummenspielen enden. Eine neue Zivilisation wird gesucht, aber nicht beschworen. Worum es geht, ist, die Weichen in die richtige Richtung zu stellen. Der Austausch in der „Rio plus 20“-Versammlung ist, während ich das schreibe, noch im Gange. Auch in den rund drei Dutzend andern Foren wird noch nach Konvergenzen gesucht, so etwa im Bereich der Schuldentilgung, der Freihandelsverträge, Frauen und Entwicklung, Wasser als öffentliches Gut.
Unmöglich, sich schon den Überblick über das ganze Forum zu verschaffen. So frage ich in unserer Reisegruppe nach dem, was bleibt. „C’est génial, ce Forum“, lobt Catherine Morand von Swissaid das reiche Angebot an Austauschmöglichkeiten. Für jede gebe es etwas zu entdecken. Walo Bauer, Stiftungsrat von Fastenopfer, ist beeindruckt von der Kunst der Improvisation, die er in Senegal und am Forum selber angetroffen hat: „Mit zum Teil prekärsten Mitteln wird Erstaunliches erreicht.“ Chaos ist nicht immer negativ, pflichtet auch Anne-Catherine Menetrey (Grüne) bei: Man treffe auf Themen und Menschen, denen man sonst nie begegnet wäre.
Seit 2003, als ich am dritten Weltsozialforum in Porto Alegre dabei war, hat das Treffen sich weiter entwickelt. Zwar haben sich die Krisen verschärft und multipliziert: Krieg in Irak, in Afghanistan, zerfallende Staaten, Wirtschafts- und Finanzkrise, Klimawandel ohne Antwort der Regierungen. Sehr konkret haben Betroffene über die Folgen berichtet: Frauen, die mit unbezahlbaren Lebensmittelpreisen konfrontiert sind, Bauern, denen ihre Lebensgrundlage, das Land und das Wasser weggenommen wird (Land- und Wassergrabbing), MigrantInnen ohne Perspektiven, unterbezahlte Lehrerinnen und Lehrer. Aber es dominieren trotz Protest und scharfer Kritik nicht die Rufe nach Instantlösungen.
Mir scheint, dass die Bereitschaft noch zugenommen hat, langfristige Auswege aus der Mehrfachkrise zu suchen. Auch das Maß an Selbstkritik ist beachtlich: Nicht einfach die andern sind schuld, etwa die (zweifellos vorhandenen) Multinationalen, welche landwirtschaftliche Böden sich sichern. Auch die einheimischen Landlords und das Versagen der Regierung, ja die eigenen Fehler, werden benannt. Das Forum ist noch stärker eine Plattform für Lernen im Austausch, in Begegnung geworden, eine Experimentier-Werkstatt, in der Allianzen geschmiedet werden. So haben sich beispielsweise Gruppierungen, die gegen die desaströsen Folgen von Bergbau im Kongo, in Peru und Mexiko angehen, zusammengefunden. Ihr ambitiöses Ziel: die Raubbauwirtschaft überwinden. Der Wille, eine andere, bessere Welt zu finden, ist ungebrochen. Die Einsicht, so scheint mir, ist noch gewachsen, dass sie nicht aus einem grossen Wurf geboren wird, sondern aus den vielen Puzzleteilen des Umdenkens, Umlernens, Andersmachens langsam Gestalt gewinnt. Das Forum ist in diesem Sinne für mich eine Schule des Ungehorsams gegenüber jeder „pensée unique“, eine Schule der Entwöhnung, die zum Selberdenken führt. Angestossen vom „Süden“, der, wie Samir Amin sagt, „eigenständig denkt und handelt“.
*) Beat Dietschy ist Zentralsekretär von Brot für Alle. Wir übernehmen seinen Beitrag mit freundlicher Genehmigung aus dem alliancesud-Blog aus Dakar.
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Rainer Falk
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10. Februar 2011
WSF 2011: Afrika zwischen Agrobusiness und Selbstversorgung
Gastblog von Peter Niggli*)
Wer immer noch glaubt, dass die AfrikanerInnen den Anschluss an die „Dynamik der Globalisierung“ verpassen, weil sie kulturell behindert seien, sollte wieder mal eine Reise in den schwarzen Kontinent unternehmen. Meine Partnerin und ich sind nun seit fünf Wochen unterwegs, zur Einstimmung durch Burkina Faso und zum Abschluss am Weltsozialforum im Senegal. Wir trafen auf Gesellschaften in starker Bewegung und Politisierung. Keine Spur von der Orientierungslosigkeit und stillen Wut, mit der viele EuropäerInnen und AmerikanerInnen auf die globale Finanz- und Wirtschaftskrise reagieren. Das war spürbar schon in den Dörfern – im langsam austrocknenden Sahel und in klimatisch bevorzugteren Gegenden. Vielerorts sind Dorfgemeinschaften daran, die Fruchtbarkeit ihrer landwirtschaftlichen Böden durch einfache bezahlbare Methoden zu verbessern. ViehzüchterInnen rehabilitieren ihr Weideland durch Wasserrückhaltebauten und handeln parallel dazu Reglemente aus, wie gemeinsam genutzt und für Futterzwecke bewirtschaftet werden darf, um Konflikte und Übernutzungen zu vermeiden.
Sie werden dabei durch Myriaden von lokalen Vereinigungen unterstützt, die in den letzten zehn, fünfzehn Jahren entstanden sind. Die Vereinigung Nodde Nooto in Dori (Burkina), um ein Beispiel zu nennen, führt ihre Entstehung auf zwei Gründe zurück: (1) auf die großen Dürren im Sahel in den 70er und frühen 80er Jahren und (2) auf die strukturelle Anpassung, welche die Weltbank Burkina zu Beginn der 90er Jahre verordnet hatte. Mit der Dürre seien ausländische NGOs in ihrer Gegend ausgeschwärmt. Ein Teil der Mitglieder haben mit diesen gearbeitet, von ihnen gelernt, aber auch den Eindruck gehabt, sie könnten es selbstbestimmt besser machen. Mit der strukturellen Anpassung habe der Staat Tausende von Staatsangestellten entlassen – darunter den ganzen Apparat der landwirtschaftlichen Beratungs- und Vermarktungsstellen. Einige dieser Agrarfachleute sind Mitglieder von Nodde Nooto geworden. Nach sieben Jahren suchten sie den Kontakt zu Abdoulaye Tarnagada, einem in Burkina bekannten Agrarspezialisten und Vertreter der Schweizer NGO Fastenopfer, um zusätzliche Fachunterstützung zu erhalten.
Gleichzeitig sind die Dorfgemeinschaften, mit denen Nodde Nooto arbeitet, daran, mit den Lokalbehörden Investitionsbeiträge auszuhandeln, um die Wasserversorgung zu verbessern und die Bodenverbesserungsarbeiten zu unterstützen. Wir nahmen an einer Dorfversammlung im Freien teil, an der Männer und Frauen für 2011 zeitlich und personell die Fortführung ihrer Bodenverbesserungsarbeiten planten. Die Versammlung verlief äußerst lebendig – alle sprachen mit, zwischendurch wurde es heftig und mehrstimmig. Wir befürchteten, den ganzen Tag zu verplempern, ohne Resultate zu sehen. Nach vier Stunden war der Jahresplan jedoch vereinbart.
Im Senegal hatten wir Gelegenheit, die Führung des regierungsunabhängigen Bauernverbandes zu sprechen, der in seinen Anfängen vom lokalen Deza-Büro, der Schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit, unterstützt worden ist. Ähnliche Verbände gibt es heute in Mali, Burkina und anderen westafrikanischen Staaten. Ihr Credo: Wir sind nicht arm und elend, wir brauchen keine Nahrungsmittelhilfe, um zu überleben. Wir können uns selber und die ganze Bevölkerung versorgen, wenn wir von unseren Staaten nur schon einen Bruchteil der Unterstützung erhielten, den die europäische oder amerikanische Landwirtschaft genießt. Zusammen lobbyierten sie in den letzten Jahren die Behörden der westafrikanischen Zoll- und Währungsgemeinschaft. Sie kämpfen für die Wiedereinführung eines gewissen Zollschutzes gegen die oft subventionierten Nahrungsmittelimporte (mit einem ersten kleinen Erfolg). Und sie überzeugten ihre Regierungen, den Abschluss der sog. Partnerschaftsverträge, welche die EU mit den ehemaligen europäischen Kolonien abschließen wollte, abzulehnen. Diese hätten sog. Entwicklungshilfe mit einem weitgehenden Freihandelsabkommen verknüpft.
Offen bleibt die künftige Ausrichtung der Landwirtschaftspolitik. Die Bauernverbände wollen, dass die real existierenden BäuerInnen, die Familienbetriebe, ins Zentrum gestellt werden. Die Regierungen wünschen, die Landwirtschaft künftig als Agrobusiness aufzustellen und fördern deshalb die Übernahme großer Ländereien durch einheimische Geschäftsleute und ausländische Unternehmen oder Staaten. Was die formlose Enteignung und Vertreibung der BäuerInnen zur Folge hat. Das war eines der heißesten, wenn nicht das heißeste Thema am Sozialforum. Landkämpfe sind im Senegal und in Mali überall im Gang, und an einigen Orten ist die Regierung angesichts des Widerstands zurückgekrebst.
Uns beeindruckte bei diesen Begegnungen mit BäuerInnen und BauernpolitikerInnen die rhetorische Kraft und analytische Schärfe. Worte werden nicht mühsam zusammengesucht und hervorgestammelt, hier hat man Freude am raschen eindringlichen Formulieren, an der gelungenen Metapher und am Witz, der die ZuhörerInnen zum Lachen bringt. Das gilt ebenso für die Intellektuellen, die sich vor akademisch verschraubten Formulierungen hüten.
Es passte zur Erfahrung einer bewegten, politisierten Gesellschaft, dass unsere GesprächspartnerInnen sich über den Sturz Ben Alis in Tunesien freuten und in den letzten zwei Wochen die ägyptische Revolution verfolgten, wie wenn es sie selber beträfe. Die Volksbewegungen in Nordafrika werden in Westafrika gerne auch als Drohung verwendet – seht her, ihr Herrschenden, was geschieht, wenn ihr nicht auf die Proteste des Volkes hört! Tatsächlich rechnen unsere GesprächspartnerInnen jedoch nicht mit Revolutionen in ihren Ländern. Der politische Raum im Senegal ist zu offen organisiert, die Spielräume der sozialen Bewegungen und politischen Kräfte, ihre Anliegen voranzutragen, zu groß, um die explosive Stimmung zu erzeugen, welche der tunesische und ägyptische Polizei- und Folterstaat (und der saudische, libysche oder syrische) in den letzten 30 Jahren aufgestaut haben.
Peter Niggli ist Geschäftsleiter von alliancesud in Bern. Wir übernehmen seinen Beitrag mit freundlicher Genehmigung aus dem alliancesud-Blog aus Dakar.
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7. Februar 2011
Bewegender Auftakt des Weltsozialforums in Dakar
Gastblog von Margareta Kiener Nellen*)
Tausende Menschen wurden zum Eröffnungsmarsch des Weltsozialforums 2011 hier in Dakar/Senegal erwartet. Seit Tagen waren Karawanen aus verschiedenen Ländern Afrikas per Velo, Bus oder zu Fuß nach Dakar unterwegs. Flugbillette innerhalb Afrikas sind (zu) teuer. Eine Kollegin aus Nairobi/Kenya zahlte mehr als das Doppelte für ihren Flug nach Dakar als ich aus Zürich. Das reduziert die Zahl der Teilnehmenden aus Afrika. Trotzdem waren wir zahlreich: Bei kühlendem Wind vom Atlantik starteten am Sonntag um 14 Uhr rund 75.000 Menschen aus allen Kontinenten vom zentralen Sfax-Platz in Dakar einen friedlichen Marsch zur Cheikh Anta Diop Universität. Dort werden rund 1.200 Organisationen (500 aus Afrika und 700 aus den anderen Kontinenten) sowie mindestens 50.000 angemeldete TeilnehmerInnen aus 123 Ländern in dieser Woche die anspruchsvollen Themen für eine andere, gerechte und solidarische Welt bearbeiten.
An der Spitze des Zuges: Afrikanische ExponentInnen von sozialen Bewegungen und Dachorganisationen von FischerInnen, BäuerInnen, LandarbeiterInnen sowie Gewerkschaften. Mit 123 Nationalitäten könnte der Umzug farbenfroher nicht sein. Unsere Schweizer Delegation reiht sich ein zwischen einer italienischen Gewerkschaftsdelegation und einer großen Delegation aus Marokko. Unverkennbar die Unia-Fahnen. Afrikanische Trommeln geben von Beginn weg einen rassigen Takt an. Dazu lassen sich die rund 5 Kilometer gut zurücklegen! Übrigens: Sicherheitskräfte braucht es hier deutlich weniger als am WEF in Davos, und Dakar wurde auch nicht zur Festung umgebaut.
Mit heißem Applaus wird eine Delegation aus Tunesien begrüßt. Kaum je war der Aufschrei nach Demokratie in Afrika weltweit sichtbarer als heute. Genau im Zeitpunkt, da in Nordafrika – in Tunesien und Ägypten – autoritäre Regime gestürzt werden und die Elfenbeinküste in akutem Konflikt steht, schauen AfrikanerInnen mit Interesse auf die politischen Alternativen. In Lateinamerika: Bolivien, Brasilien und Ecuador sind zu vielversprechenden alternativen Staatsmodellen geworden. Evo Morales, Staatspräsident von Bolivien, ist persönlich anwesend. In einem überzeugenden Auftritt motiviert er die Anwesenden mit einer langen Rede, in allen Ländern soziale Bewegungen, Gewerkschaften und politische Parteien so aufzubauen und zu organisieren, dass sie bei Wahlen eine Mehrheit gewinnen. Er teilt uns auch seinen Traum mit: Möglichst viele zukünftige StaatspräsidentInnen sollen aus den Forums-TeilnehmerInnen hervorgehen.
Ich spüre hier viel Kraft und eine große Solidarität. Das gemeinsame Ziel ist klar: weg von einem System, das Reichtum für wenige und immer mehr Armut für viele bringt. Wir sind nicht verdammt dazu, alle paar Jahre eine immer einschneidendere Krise wegen des herrschenden Casinokapitalismus zu erleiden. Und: Wir müssen handeln, bevor die nächste Krise kommt. Ein Sprichwort aus Senegal lautet: „Die Schweiz hat die Uhren erfunden, aber Senegal die Zeit.“ Nutzen wir die Zeit am WSF 2011 hier in Dakar, um konkrete Maßnahmen für eine andere Welt zu planen. Bereits vor dem Forum verabschiedet wurde eine Charta für MigrantInnen. Eine andere Welt ist möglich. Ich freue mich auf ergebnisreiche Tage hier in Dakar. Die Aufbruchstimmung für eine andere Welt ist da!
*) Margareta Kiener Nellen ist SP-Nationalrätin in der Schweiz. Wir übernehmen den Blogbeitrag mit freundlicher Genehmigung aus dem alliancesud-Blog aus Dakar.
>>> Fotos vom WSF 2011
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Rainer Falk
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