8. Oktober 2007

Regenwaldabholzung im Kongo: Weltbank erneut im Zwielicht

In einem Bericht, der vorzeitig an die Öffentlichkeit gelangte, kritisiert der offizielle Inspektionsausschuß der Weltbank (‚Inspection Panel‘) schwere Versäumnisse der Bank im Zusammenhang mit Regenwald-Projekten im Kongo. Anlaß für die Untersuchung war eine formelle Beschwerde von NGOs aus der DR Kongo, die mit den indigenen Pygmäen zusammenarbeiten. Es handelt sich um das zweitgrößte Regenwaldgebiet nach dem Amazonas in einer Größe Frankreichs. Der Bericht stellt fest, daß zwei von der Weltbank im Jahr 2002 bewilligte Projekte die Abholzung des Regenwaldes in industriellem Maßstab zum Ziel hatten und damit die DR Kongo potentiell zu Afrikas größtem Holzproduzenten machen würde. Zudem fand das Panel heraus, daß es bei Planung und Beginn der Projekte „unangemessene Beurteilungen vieler wichtiger sozio-ökonomischer und umweltrelevanter Belange bei der Forstnutzung“ gegeben habe.

Völlig außer Acht gelassen habe die Weltbank, daß die Waldgebiete des Kongo von Indigenen bewohnt werden. Lediglich „begrenzte Aufmerksamkeit“ sei der Tatsache gewidmet worden, daß etwa 40 Millionen Kongolesen, meist Kleinbauern in Subsistenzwirtschaft, die Wälder zum Überleben brauchen. Die Projekte würden nicht nur die Umwelt gefährden, sondern voraussichtlich auch nicht der Armutsbekämpfung dienen. Die Weltbank der Regierung der DR Kongo zudem eingeredet, daß die Einkünfte aus dem Holzeinschlag wesentlich höher sein würden, als es real der Fall ist.

Peinlich ist die Feststellung, das Weltbank-Management habe viele der eigenen Umwelt- und Sozialstandards mißachtet. Die Weltbank hat wiederholt betont, sie helfe, den bestehenden, aber meist illegalen Holzeinschlag in der DR Kongo unter Kontrolle zu bringen. Insbesondere würden die rund 150 Holzfirmen einer rechtlichen Begutachtung unterzogen. Das Inspection Panel stellt allerdings fest, daß dieser Prozess sehr schlecht durchgeführt werde. Die Zukunft von rund 15 Millionen Hektar Regenwald, der teilweise von Pygmäen bewohnt wird, werde durch diesen fehlerhaften Revisionsprozess gefährdet. – Offiziell veröffentlicht wird der Bericht voraussichtlich Ende Oktober.

1 Kommentar:

Josef Neumüller hat gesagt…

Dieser Artikel ist unterschätzt sogar das Ausmaß der irreparablen Schäden die Holzfirmen im Urwald anrichten. Die Firma Ledya, mit Sitz in Kinshasa, hat völlig widerrechtlich 500.000ha Primärwald am Oberlauf des Tschupa, im Südöstlichen Teil der Provinz Äquator mit einen Pachtvertrag auf 25 Jahre Nutzungrecht erstanden. Jährliche werden sollten dort 65.000m3 Tropenholz geschlägert werden. Vorallem die sehr wertvolle Essenz Afromosia die seit 1991 artengeschützt ist. In diesen Gebiet am Tschuapanebenfluss Tumbenga gibt es auch Diamantenvorkommen. Weiters lebten und leben die Menschen dort mit dem Wald und vom Wald. Es gibt auch sakrale Waldteile die von den Beutejägern in keiner Weise respektiert werden. Auch ist es Lebensraum der Pygmäen. Es lebt dort der Zwergelefant, der Bonobo -Zwergechimpanze, die seltene Bongo Antilope, der schwarze Waldbüffel, das Okapi und der kongolesische Pfau. Die Menschen dort sind von ein paar Staatsbeamten um nichts verkauft worden. Man stellte sie vor die Tasache. Keinerlei Informationen kamen den Menschen zu, wurden nicht gefragt. Die Verträge illegal unterzeichnet. Ein wahres Verbrechen an den Menschen und Ressourcen vor Ort. Mit diesen Afromosia Holz werden in Europa Parkettböden hergestellt, die ohnehin Modetrend sind und bald konsumiert bezw herausgerissen werden, weil nicht mehr in Mode. Der Wald jedoch ist kaputt gemacht worden, die Menschen verarmt und Fauna ausgestorben. Das geschieht in der Diözese Bokungu Ikela die ich serh gut kenne. Das dürfen wir nicht geschehen lassen. Eine lokale Gruppe von engagierten Menschen aus diesem Gebiet reichten bei Weltbank, UNO, EU beim Präsidenten der RDC ei Bittschreiben ein, diese gewaltsame, illegale Vorgangsweise rückgängig zu machen. Die Menschen im Gebiet am oberen Tschuapa werden sich vereinen und den Holzschlägermaschinen entgegentreten. Das BCI - Bonobo Conservation Institute - soll eingeschaltet werden. Und das allem mit dem Wissen der Weltbank!!!
In Salzburg wurde diesbezüglich eine Pressekonferzen abgehalten. Es ist dort noch nicht zu spät. Bitte mithelfen diesen Wahnsinn zu stoppen.
Josef Neumüller