11. Mai 2016
3. Mai 2016
Asiatische Entwicklungsbank: Eigene Standards verletzt
Exemplarisch für die gewaltigen Fehler der Bank bei der Umsetzung ihrer Schutzstandards ist das Umsiedlungsdesaster bei einem Eisenbahnprojekt der ADB in Kambodscha. Ziel des Projekts ist die Sanierung der Eisenbahn in dem südostasiatischen Land. Finanziert wurde es vor allem durch einen Kredit der ADB in Höhe von 84 Mio. US-Dollar. Mehr als 4000 Familien und Kleinunternehmen, die im Streckenverlauf der Schienen gelebt und gearbeitet haben, wurden bereits umgesiedelt oder sind von Umsiedlung bedroht. Nach Angaben von Equitable Cambodia müssen Tausende umgesiedelte Familien nach wie vor unter schrecklichen Umständen leben, auch über sechs Jahre nach ihrer Umsiedlung. Sogar der eigene Beschwerdeausschuss der ADB kam zu dem Ergebnis, dass die Bank hierbei ihre eigenen Grundsätze gebrochen und schwere soziale Schäden bei den überwiegend in Armut lebenden Menschen verursacht hat. Die Folgen reichen von ungenügender Kompensation für Einkommensverluste bis zum Fehlen von Infrastruktur in den Gebieten, in die sie umgesiedelt wurden.
Obwohl der Klimawandel längst Realität ist, finanziert die ADB noch immer Kohlekraftwerke und Mega-Infrastrukturprojekte. Eine neue Studie von indonesischen NGOs zeigt die verheerenden Auswirkungen der Finanzierung großer Infrastrukturprojekte über so genannte „Finanzintermediäre“, wie Banken oder Hedgefonds – regelmäßige Partner auch von Entwicklungsbanken wie ADB oder Weltbank. „Das schockierende Fehlen von öffentlichen Konsultationen und Transparenz, der Mangel an Dokumenten in indonesischer Sprache, die Fehler bei der Einordnung von Risiken für Mensch und Umwelt und das klägliche Scheitern bei der Implementierung von Schutzstandards deuten auf eine düstere Zukunft für Gemeinden hin, die von den Investitionen betroffen sind“, sagen die Verfasser. Die Probleme müssten vollständig behoben werden, bevor die ADB weitere Gelder für Infrastrukturprojekte vergibt.
Eingestellt von
Rainer Falk
um
10:46
0
Kommentare
Labels: ADB
26. April 2016
Vergebliches Trommeln in Sachen TTIP
Eingestellt von
Rainer Falk
um
13:10
0
Kommentare
Labels: TTIP, Welthandel, WTO
18. April 2016
Neuer Griechenland-Showdown?
![]() |
| Tsipras und Lagarde |
Der IWF ist dem aktuellen Bail-out bis heute nicht beigetreten, weil er erhebliche Bedenken hat, dass dieses Programm Griechenland in die Schuldentragfähigkeit führt. Für völlig unrealistisch hält man in Washington beispielsweise das Athen aufgezwungen Ziel eines Primärüberschusses (Überschuss vor Bezahlung der Schulden) im griechischen Haushalt von 3,5%, das bis 2018 erreicht werden soll. Dies sei nur „unter heroischen Opfern“ des griechischen Volkes leistbar und das auch nur kurzfristig, bemerkte IWF-Chefin Christine Lagarde am Rande der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank und bekräftigte, dass der Fonds ohne einen weiteren Schuldenschnitt sich künftig nicht mit finanziellen Beiträgen an der Troika beteiligen wird.
Eingestellt von
Rainer Falk
um
13:13
0
Kommentare
Labels: Griechenland, IWF
17. April 2016
IWF/Weltbank: Nicht viel Neues unter der Sonne
Eingestellt von
Rainer Falk
um
17:48
0
Kommentare
5. April 2016
Panama-Papers: Parallelsystem der Superreichen
Bravo! Die Enthüllungen der „Panama Papers“ sind ein Meistertück investigativen und grenzüberschreitenden Journalismus. Den 400 Journalisten aus aller Welt gebührt unser Dank. Die Recherche ist ein Mammutprojekt im Geiste der Steuergerechtigkeit und der Rechtsstaatlichkeit. Die Journalisten werfen Licht auf das Treiben von Briefkastenfirmen in Steueroasen, deren Lebenselixier die Dunkelheit ist.
So löblich die Arbeit der Journalisten ist, so beschämend ist es für die Staaten, dass sie im Kampf gegen Steuerflucht und Geldwäsche auf solche Datenlecks angewiesen sind. Intransparenz ist der Gegner von Steuergerechtigkeit und gleichzeitig das Geschäftsmodell von Kanzleien wie Mossack-Fonseca. Solche Firmen haben eine gigantische Briefkastenfirmen-Industrie geschaffen. Das globale Finanzsystem ist zur Infrastruktur für Finanzkriminalität geworden.
Die Steuerflucht auf Konten in die Schweiz oder Luxemburg ist schon seit langem als Volkssport bekannt. Die Briefkastenfirmen sind eine aggressivere Form der Steuerflucht und Korruptionsverschleierung, es geht um enorme Summen und auch um kriminelle Aktivitäten. Die schiere Masse der Daten von Mossack-Fonseca verdeutlicht das Ausmaß dieser Machenschaften: Was hier geschaffen wurde, ist ein Parallelsystem, durch das sich Mächtige und Reiche dem Rechtsstaat und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen. Ein verheerender Eindruck drängt sich auf: Wenn Spitzenpolitiker von sozialer Marktwirtschaft oder wirtschaftliche Eliten von Rechtsstaatlichkeit reden, meinen sie nicht sich selbst, sondern die anderen. Und hierin liegt die gesellschaftliche Sprengkraft dieser Enthüllungen: Es ist ein Vertrauensbruch zwischen denjenigen, die unsere gemeinsamen Spielregeln akzeptieren und ihren Anteil zur Gesellschaft beisteuern und jenen, die sich darum drücken. Und das Verschleiern von Vermögen und Abwandern in Steueroasen lohnt sich eben nur für diejenigen, die sowieso schon viel haben.
Eingestellt von
Rainer Falk
um
17:38
0
Kommentare
17. März 2016
Multis und Menschenrechte: Gutachten und Gesetzentwurf
Deutsche Unternehmen müssen Menschenrechte
auch im Ausland achten. Das fordert ein neues Gutachten, das Amnesty
International, Brot für die Welt, Germanwatch und Oxfam bei Prof. Markus
Krajewski von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und dem
Rechtsanwaltsbüro Geulen & Klinger (Berlin) in Auftrag gaben (>>> Gutachten zur Verankerung einer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht im deutschen Recht). Es enthält konkrete Empfehlungen, wie dies
gesetzlich ausgestaltet werden kann. Im Mai entscheidet die Bundesregierung,
wie viel Verantwortung Unternehmen für die Produktionsbedingungen in
Drittländern übernehmen müssen. Dazu soll ein ‚Nationaler Aktionsplan
Wirtschaft und Menschenrechte‘ verabschiedet werden.
Kernstück des Gutachtens ist ein Gesetzentwurf, der in Deutschland
ansässige Unternehmen erstmals verpflichten würde, wesentliche
menschenrechtliche Risiken in ihren Auslandsgeschäften zu prüfen und ihnen
vorzubeugen. Das Gutachten stützt sich dabei insbesondere auf die
UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (>>> Zahme Leitlinien für Skandalkonzerne), zu deren
nationaler Umsetzung sich Deutschland verpflichtet hat. Zu den häufig
verletzten Sorgfaltspflichten gehören fehlender Brandschutz in Textilfabriken,
gesundheitsgefährdende Arbeit in Steinbrüchen oder Landvertreibung und
Wasserverschmutzung im Rohstoffabbau. Die Vorgaben des Gesetzes sollten durch
staatliche Behörden überwacht und durchgesetzt werden. Wie sich gezeigt hat,
reichen freiwillige Sozial- und Umweltstandards nicht aus. Denn die meisten
Unternehmen werden erst dann wirklich aktiv, wenn sie rechtlich dazu
verpflichtet werden.
Mobiltelefone, Fahrzeuge oder Kleidung - viele Produkte des täglichen Lebens
haben nach Ansicht der auftraggebenden NGOs einen hohen Preis: Beim Abbau der
Rohstoffe und bei der Produktion von Waren kommt es immer wieder zu
Menschenrechtsverletzungen. So bauen Männer, Frauen und auch Kinder in einigen
Regionen der Demokratischen Republik Kongo Kobalterz unter lebensgefährlichen
Arbeitsbedingungen ab. Kobalt wird für wiederaufladbare Batterien benötigt und
ist deshalb Bestandteil von Elektroautos, Laptops und Mobiltelefonen. Das
Gutachten zeigt, dass die Einführung gesetzlicher Sorgfaltspflichten nicht nur
notwendig, sondern für Unternehmen auch machbar ist. Mit dem Nationalen
Aktionsplan kann die Bundesregierung jetzt zeigen, wie ernst sie es mit dem
Menschenrechtsschutz meint.
Eingestellt von
Rainer Falk
um
16:48
0
Kommentare
10. März 2016
Klimagerechtigkeit: Kampf zwischen Arm und Reich
Quelle: www.kontext-tv.de
Eingestellt von
Rainer Falk
um
10:38
0
Kommentare
Labels: Klimapolitik
8. März 2016
Investitionen in die Care Economy als Wachstumsstimulus
Eingestellt von
Rainer Falk
um
11:53
0
Kommentare
Labels: Gender, Gewerkschaften, Konjunkturpolitik
4. März 2016
Argentinien: Sieg der Geier?
Eingestellt von
Rainer Falk
um
12:52
0
Kommentare
Labels: Hedgefonds, Verschuldung
3. März 2016
Im Visier der Konzerne: Gemeindeland ohne Rechtsschutz
Dem Bericht zufolge nutzen weltweit rund 2,5 Milliarden Menschen 50% der Landfläche nach dem Gewohnheitsrecht. Aber nur ein Fünftel dieser Landrechte ist formell abgesichert. „Mehr Gerechtigkeit und weniger soziale Ungleichheit auf dem Land kann nur mit sicheren Landrechten erreicht werden“, erklärt Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale. Der fehlende Schutz dieser Landrechte hat gravierende Folgen: Konflikte über Landrechte standen seit 1990 vielfach im Mittelpunkt von Bürgerkriegen. In Darfur beispielsweise hat die Zerrüttung der traditionellen Landbesitzverhältnisse Konflikte zwischen Hirten und Bauern ausgelöst. Weltweit spitzen sich Landkonflikte immer mehr zu, besonders in Brasilien, Honduras, Peru und auf den Philippinen. Seit 2002 steigt die Zahl der Menschen, die im Kampf für Landrechte getötet werden.
Zudem bedeuten unsichere Landrechte verminderten Schutz vor Landraub durch Minen- oder Agrarunternehmen, die sich unter Mithilfe von Regierungen und lokalen Eliten Wälder, Weidegründe oder Ackerland aneignen. Ziel des Aktionsaufrufes ist es, den Anteil der formell abgesicherten Landrechte von indigenen und ländlichen Gemeinden bis 2020 zu verdoppeln. Landrechte sind nicht nur ein Menschenrecht, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für die Armuts- und Hungerbekämpfung, den Schutz natürlicher Ressourcen und der biologischen Vielfalt. Oxfam und die Welthungerhilfe fordern deswegen die deutsche Bundesregierung dazu auf, verstärkt Programme zum Schutz von Landrechten zu unterstützen. Außerdem müssen die 2012 verabschiedeten UN-Leitlinien für eine verantwortliche Landpolitik konsequent umgesetzt werden.
Es gibt keine umfassenden Daten zum Ausmaß des Landraubes. Eine Datenbank, die Land-Matrix, dokumentiert mehr als 1000 großflächige Landakquisitionen mit einem Flächenumfang von 41,8 Mio. ha, eine Fläche größer als Deutschland. In der Mehrheit der Fälle, war das Land bereits im Besitz von ländlichen Gemeinden und Indigenen oder wurde von ihnen besetzt oder genutzt. Afrikanische Länder, in denen die Landrechte am unsichersten sind, sind besonders im Visier der Konzerne.
Eingestellt von
Rainer Falk
um
13:31
0
Kommentare
Labels: Agrarfrage, Landwirtschaft
27. Februar 2016
Schwieriger Start: Weltwirtschaft und chinesischer G20-Vorsitz
Eingestellt von
Rainer Falk
um
12:26
0
Kommentare
Labels: G20
24. Februar 2016
0,7-Prozent-Ziel nach wie vor aktuell
Eingestellt von
Rainer Falk
um
10:36
0
Kommentare
Labels: Entwicklungshilfe
23. Februar 2016
Wie den Kapitalabfluss aus den Emerging Markets stoppen?
Gastblog von Joseph E. Stiglitz und Hamid Rashid
Eingestellt von
Rainer Falk
um
12:30
0
Kommentare
Labels: Finanzmärkte
10. Februar 2016
Lagarde zur Ukraine
Siehe auch >>> Ukraine: Schuldenschnitt mit geopolitischem Anstrich
Eingestellt von
Rainer Falk
um
17:24
0
Kommentare
Labels: IWF, Verschuldung






